Kampkunstreffen in Gnarrenburg- Karate, Aikido, Krav Maga und mehr

Jedes Jahr trifft sich die hiesige Karateszene zum Jahresenden in Gnarrenburg zum sogenannten „Anwenderlehrgang“. Bereits zum dreizehnten Mal lud die Gnarrenburger Karateabteilung zu dieser Veranstaltung ein. 50 Teilnehmer aus neun Vereinen nahmen  teil.

Beim Gnarrenburger Anwenderlehrgang ging es, wie jedes Jahr, nicht nur um traditionelle Karate Inhalte, sondern es wurden wieder interessante Gastrainer aus anderen Kampfkünsten eingeladen.  Angeboten wurden neben Karate  daher auch spannende Einheiten zu den Themen Aikido, Krav Maga, Shiatsu und Live-KinetiK.

Bei den Karate-Einheiten wurde auf Gnarrenburger Know-How gesetzt. Trainiert wurde  vor allem in Form von Partnerübungen.   Während die Erwachsenen von Werner Buddrus, 7. Dan, Jan Meinke 4. Dan und Marco Stelljes , 3. Dan, angeleitet wurden, kümmerte sich Gnarrenburgs Spartenleiter Sascha Ryll,3. Dan, um den Karate- Nachwuchs.

Aikido ist eine japanische  Kampfkunst, bei der vor allem Block, Hebel und Wurftechniken gelehrt werden. Dabei wird die Energie des Angreifers meist in kreisförmigen Ausweichbewegungen gegen ihn selbst gelenkt. Die Gastrainer  Günter Schwentzek , 4. Dan Aikido, vom 1. Budo Club Osterholz Scharmbeck beeindruckte mit geschmeidigen und spektakulär anmutenden Demonstrationen seiner Kampfkunst.

Ungleich härter ging es beim Krav Maga zu. Krav Maga ist  ein Nahkampfsystem, welches ursprünglich für die israelische Armee entwickelt wurde. Es zielt auf schnell zu erlernende, jedoch kompromisslose Selbstverteidigung ab. Rodney  Unruh, Krav Maga Full Instructor, 3 Level, vom Krav Maga Bremen demonstrierte hierbei nicht nur Techniken, sondern vermittelte auch anschaulich die Relevanz des richtigen Mindsets in einer Bedrohungssituation. Besonderes Augenmerk legte er auf den „Aggression Point“, bei der Verteidiger von einer ruhigen und deeskalierenden Haltung schnell und explosiv in eine entschlossene Gegenangriffshaltung wechselt.

Gern gesehene Gäste waren zum wiederholten Mal Andrea Döpke(1.Dan) und ihr Partner Olaf Seifert (2.Dan) vom TSV Lohberg.  „Effektive Selbstverteidigung – Ohne Kraft zum Ziel“ war in diesem Jahr das Motto von Olaf Seifert. Er demonstrierte gezielte Techniken, mit denen einem körperlich überlegener Gegner begegnet werden kann. Ein willkommenes Kontrastprogramm hierzu bot Andrea Döpke.  Bei ihrem Programm„ Mit Shiatsu in den perfekten Tag“ zeigte Andrea Döbke wie man in Form von Partner- als auch Selbstbehandlung mittels sanften Drucks der Hände und bewusster Atmung Spannungen lösen und Energien aktivieren kann.

Das Gehirn durch ungewöhnliche  Wahrnehmungs- Kognitions- und Bewegungsaufgaben fit machen, darum ging es zum Schluss noch einmal bei Werner Buddrus.  Durch „Live Kinetik“  die Bildung neuer Synapsen anzuregen ist ein Konzept, auf das beispielsweise auch Profi-Fußballtrainer Jürgen Klopp setzt. Mit viel Spaß und Lachen hatten die Teilnehmer ungewöhnliche Aufgaben zu bewältigen, etwa zwei Walnüsse in die Luft zu werfen um sie mit gekreuzten Armen wiederaufzufangen. Während manch Teilnehmer immer wieder scheiterte, demonstrierte Großmeister Buddrus mit seinen mittlerweile 75 Jahren immer wieder, wie es richtig geht.

Am Ende gab es von den Teilnehmern durchweg positives Feedback. Einer Weiterführung in 2026 steht somit nichts im Wege.

 

Trainingsfleiß wird belohnt

Karate-Gürtelprüfung beim TSV Gnarrenburg- 15 Teilnehmer stellen sich den Aufgaben

Eine Prüfung zur nächsten Gürtelfarbe ist für jeden Karateka etwas Besonderes. Mehrere Monate wird für eine solche Prüfung trainiert und sich sorgfältig vorbereitet. Vor Kurzem wurde beim TSV Gnarrenburg eine solche Gürtelprüfung durchgeführt. Insgesamt traten 15, überwiegend jugendliche Sportler an, um ihre vom  kompetenten Gnarrenburger Trainerteam um Großmeister Werner Buddrus (7. Dan),  Jan Meinke (4. Dan), Yvonne Betke (2. Dan) und Cor Boer (1. Kyu), vermittelten Fähigkeiten  zu den jeweiligen Gürtelfarben unter Beweis zu stellen. Abgenommen wurde diese Prüfung vom Gnarrenburger Spartenleiter Sascha Ryll (3.Dan).

Die motorischen als auch kognitiven Anforderungen waren, je nach Höhe des angestrebten Gürtelgrades, durchaus anspruchsvoll! Demonstriert werden mussten Techniken wie Schläge, Blöcke und Tritte, aber auch Hebel, Fußfeger und Wurftechniken. Hinzu kamen außerdem unterschiedlich komplexe Technikkombinationen und festgelegte als auch freie Übungen am Partner.

Die umfangreichste und anspruchsvollste  Prüfung hatte an diesem Tag Lena Zeidler zu bewältigen. Die 15 jährige bestand die Prüfung zum braunen Gürtel.

Besonderes Lob erhielt an diesem Tag Daniel Bonge, der mit 52 Jahren der älteste Teilnehmer war und die Prüfung zum orangenen Gürtel bestand. Daniel kam über seinen Sohn Janne zum Karate. „Ich hatte schon immer Interesse, einen Kampsport zu erlernen.“, so Daniel Bonge. Und da der dreizehnjährige Sohn inzwischen auch beim Erwachsenen-Training des TSV mitmachen darf, hat sich Daniel Bonge entschieden, mit ihm gemeinsam zum Training zu gehen. Was Karate angeht hat allerdings der Sohn die größere Erfahrung gegenüber dem Vater und ist der höher graduierte Karateka. Janne bestand die Prüfung zum violetten Gürtel.  Insgesamt hatten bestanden zum Gelbgurt: Mattes Albers, Nalina Postels, Lukas Gerken. Zum Orangegurt: Emil Kotza, Felix Taege, Timon Otten, Anton Gudella , daniel Bonge. Zum Grüngurt: Hannah Gerdes. Zum Blaugurt: Lasse Pragmann. Zum Violettgurt: Tom Pragmann , Janne Stranz und Jan Beetstra. Zum Braungurt: Lena Zeidler.

Karate Anwenderlehrgang am 08.11.25

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Karate Abteilung des TSV Gnarrenburg sucht Nachwuchs

Konzentriert stehen sich  der 12jährige Lasse und der gleichaltrige Janne  in einer tiefen Kampfhaltung gegenüber. Beide tragen einen weißen Karate-Anzug mit einem grünen bzw. blauen Gürteln um die Hüfte.  Plötzlich greift Lasse Janne mit einem geraden Fußtritt an. Janne blockt das Bein mit dem linken Arm, dreht sich einmal um die eigene Achse und fegt dabei Lasses vorderes Bein, sodass dieser auf den Rücken landet.  Lasse grinst. Nichts weiter passiert. Denn wie man hinfällt ohne sich weh zu tun, dass hat er gelernt. Beim nächsten Mal darf er seinem Partner das Bein wegfegen. Die zehnjährige Hinke trägt einen grünen Gürtel, Hannah, neun Jahre alt, einen orangenen Gürtel. Beide führen schnelle und präzise Fußtritte an die Seite des Kopfes der jeweils anderen aus, die sie nur Zentimeter davor abstoppen. Tom und Jan, ebenfalls 12 Jahre und mit einem blauen Gürtel gekleidet, versuchen sich jeweils an einem knapp 1cm dicken Fichtenholzbrett. Tom kickt es mit einem Fußtritt durch, Jan zerschlägt es mit einer Hammerfaust. Die sechs Kinder trainieren seit mehreren Jahren Karate beim TSV Gnarrenburg. Die bunten Gürtel zeigen ihren jeweiligen  Kenntnisstand  an. Je dunkler die Farbe, desto mehr haben sie bereits im Karate erlernt. Beim TSV Gnarrenburg startet aktuell ein neuer Anfängerkurs für Kinder, und  diese sechs Nachwuchskampfsportler stehen stellvertretend dafür,  was man hier im Karate lernen kann. Asiatischer Kampfsport  wie Karate ist inzwischen weit verbreitet und wird auch in unserem Landkreis in vielen Städten und Gemeinden angeboten. Eltern, die ihre Kinder zum Training schicken, assoziieren Karate dabei gerne mit der Vermittlung fernöstlicher Tugenden wie Konzentration, Disziplin und Respekt. Gleichzeitig scheinen heutzutage aber immer mehr Kinder Probleme mit der allgemeinen Konzentration und Koordination zu haben. Das beobachten Gnarrenburgs Kindertrainer Yvonne Betke und Cor Boer. Trainingsanweisungen aufmerksam zu folgen falle immer mehr Kindern schwer. Und galt es beispielsweise in früheren Jahren als normal, dass sich ein neunjähriges Kind die Schuhe, oder eben einen Karate-Gürtel, binden kann, so sei das heute offenbar nicht mehr der Fall. Eltern schickten ihre Kinder nicht selten mit der Erwartung zum Karate, dass  das Training  vorhandene Defizite auffangen könnte. Eine Erwartungshaltung, bei die erfahrenen Trainer nur bedingt mitgehen. „Die Verweildauer beim Karate liegt  bei den Kindern im Durschnitt bei zwei Jahren. Bei einmal pro Woche Training darf man hier keine Wunder erwarten.“, so Yvonne Betke Aber: „Karate kann definitiv eine positive Entwicklung bei Kindern unterstützen!“ Eine Beobachtung, die beide Trainer in ihrer Tätigkeit immer wieder bestätige. „Das Karate Training ist sehr ganzheitlich und fördert  Koordination, Beweglichkeit, Kraft,  Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit.“ Lasse, Janne, Tom und Jan beispielsweise, sind hier gute Beispiele. Sie gehören zu den besonders fleißigen Karate-Schülern und dürfen bereits abends zusammen mit den „großen“ Erwachsenen trainieren. Das bedeutet für sie, dass es bis zu dreimal pro Woche zum Training geht. Hier werden sie noch einmal deutlich mehr gefordert, als beim Kindertraining am Freitagnachmittag. „Das ist schon ziemlich anstrengend,“ so Yvonne Betke. „Es hängt also auch ein wenig davon ab, was man selber daraus macht.“! Ihr ist  aber vor allem eines wichtig: „Das die Kinder Spaß haben, beim Training“. Neben den klassischen Trainingsinhalten wird das Kinder-Training daher mit vielen spielerischen Elementen aufgepeppt. „Alles wird möglichst kindgerecht gestaltet.“, so Yvonne Betke .
<span;>Wer Karate kennen lernen möchte, der ist herzlich eingeladen zu einem Probetraining vorbei kommen. Dieses Angebot des TSV Gnarrenburg richtet sich an alle Kinder ab sieben Jahren. Das Training findet immer jeweils freitags, 15.30 – 17.00 Uhr in der Turnhalle am Kreisel statt.  Zu Beginn reicht einfache Sportkleidung, eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Der monatliche Beitrag liegt bei 5.50 Euro, die Mitgliedschaft ist zum Monatsende jederzeit kündbar.

***Karate-Anfängerkurs für Kinder ab sieben Jahren***

Ab sofort, freitags, 15.30-17.00 Uhr, Turnhalle am Kreisel, Gnarrenburg. Beitragssatz: 5,50 € im Monat, zum Monatsende jederzeit kündbar!

 

***Anwenderlehegang der Karate-Abteilung***

Am 23. November richten wir wieder unseren Anwenderlehrgang aus. Themen sind diesmal Karate, Kyusho-Jitsu, Kobudo und Selbstverteidigung. Für Karate- und Kampfsportfans also wieder eine interessante Mischung, die es auf einem einzigen Lehrgang selten zu erleben gibt Mit Werner Buddrus, 7. Dan Karate, 4. Dan Kyusho-Jitsu und 1. Dan Kobudo und direkter Schüler des legendären Teruo Kono Hanshi, 8. Dan, haben wir außerdem DEN Kampfkunstexperten schlechthin am Start!

 

Außerdem gibt es wieder extra Trainingseinheiten für Kids mit Budo-Spielen und Bewegungsparcours. Wie immer sind Kinder bis zwölf umsonst!

 

Was haben Karate und Psychotherapie gemeinsam?

Karate und Psychotherapie- wie passt das zusammen? Laut dem Psychologen und Psychotherapeuten Ralf Adam sehr gut! Der Gnarrenburger hat vor kurzem einen  Meilenstein auf dem Weg eines jeden Karateka bezwungen: Er bestand die Prüfung zum 1. Dan, dem Schwarzen Gürtel!

Als Psychologe entdeckt Ralf Adam zwischen seinem Sport und seinem Beruf immer wieder interessante Gemeinsamkeiten.

Bevor Ralf Adam vor zehn Jahren mit dem Karate-Training beim TSV Gnarrenburg begann interessierte er sich bereits für fernöstliche Weisheiten und Sinnsprüche. Über diesen eher philosophischen Zugang kam er zunächst in Kontakt mit Kendo, dem japanischen Schwertfechten. Nach einigen berufsbedingten Umzügen landete er schließlich in Gnarrenburg und trainierte fortan „den Weg der leeren Hand“ , sprich Karate. Als Psychotherapeut ist Ralf Adam  davon überzeugt, dass gerade Karate ein Sport ist, der mehr zur mentalen Gesundheit beitragen könne, als andere Sportarten.

Es geht auch um Konfrontation und Grenzen

„Im Karate versuchen wir verschiedene Bereiche in Einklang zu bringen: Muskelspannung, Muskelentspannung, Schritt, Schlag, Atmung. In der Therapie versuchen wir Denken, Verhalten, Fühlen und Wahrnehmung in Einklang zu bringen. Im Karate überwinden wir uns, lernen Grenzen kennen. In der Therapie ist es genauso. Wir wenden uns unangenehmen Themen zu, konfrontieren uns mit ihnen und suchen einen Umgang. Wir stellen uns selbst!“   Karate ist für ihn daher ein guter Weg zum inneren Wachstum. „Gerade auch Menschen mit Ängsten, Depressionen, Zwängen, Impulskontrollstörungen oder ähnlichem können vom Karate Training profitieren.“

Fokussierung im Hier und Jetzt

<span;>Bewegung und Gruppenaktivitäten seien generell gut für die psychische Gesundheit. Aber sich einfach nur „auspowern“ könne man sich auch in anderen Sportarten. Was das Karate hervorhebe, sei aber das hohe Maß an Konzentration, welches man im Training aufbringen müsse. Sei es bei Kampf-Übungen am Partner oder beim zigtausendsten Wiederholen von einzelnen Techniken ohne Partner. Diese Fokussierung im Hier und Jetzt, das Loslassen von Gedanken sei es, die ängstlichen und negativen Gefühlen entgegen wirken könnten.  Diese Erfahrungen macht Ralf Adam auch persönlich. Es ist ihm wichtig, ein Gegengewicht zu seinem anspruchsvollen Beruf als Psychotherapeut zu haben. „So kann ich mich beim Karate bewegen,  mich auf mich selbst zu konzentrieren und die Gedanken besser abschalten! Durch das Lernen von Bewegungsabläufen, Strategien und Anwendungsoptionen in der Selbstverteidigung möchte ich aber auch  mental fit bleiben. Mir ist wichtig, dass ich mich immer wieder neu fokussiere, das ich immer wieder in den jetzigen Moment komme.“  Ein weiterer wichtiger Grund Karate zu betreiben ist auch die körperlichen Herausforderungen, die das Training immer wieder mit sich bringt. Für Ralf Adam gilt: Je durchgeschwitzter er nach dem Training ist, desto zufriedener ist er am Ende des Tages. „Es ist mir wichtig, mich körperlich gesund zu halten. Ich erhoffe mir von der Muskelkräftigung, den Koordinationsübungen sowie dem Dehnen, dass ich noch lange leistungsfähig bleibe.“  Eine Leistungsfähigkeit, die Ralf Adam auch bei seiner Prüfung zum Schwarzgurt unter Beweis stellen musste. Zwei Jahre Vorbereitungszeit und zwei Monate Intensivtraining gingen der Prüfung voraus. „Ich wusste, dass ich von meinen Trainern in Gnarrenburg gut vorbereitet war.“ Die Prüfung zum ersten Dan stellt für Ralf Adam den vorläufigen Höhepunkt seiner Entwicklung als Karateka dar. Dieses persönliche Ziel erreicht zu haben, erfülle ihn mit Zufriedenheit. Ralf Adam wird weiter trainieren, seine nächste Gürtelprüfung zum 2. Dan stünde dann in frühestens zwei Jahren wieder an. Mit seiner engagierten und respektvollen Art will er auch seine Erfahrungen an nachfolgende Karatekas weiter geben. Auch hier zieht er wieder Prallelen zwischen seinem Sport und seinem Beruf als Therapeut:  „Je länger ich arbeite, desto hilfreichere Strategien lerne ich kennen. Und desto mehr erfahre ich über das Leben. So sehe ich auch die Rolle fortgeschrittener Karateka. Sie vermitteln ihr Wissen und bleiben gleichzeitig immer die Schüler.“

„Beim TSV Gnarrenburg wird Karate für alle Altersgruppen ab sieben Jahren angeboten. Anfänger sind jederzeit herzlich willkommen“, betont der verein. Nähere Infos gibt es unter tsv-gnarrenburg.de oder bei Spartenleiter Sascha Ryll unter 0176- 32539154

Kata Turnier in Gnarrenburg

 

Am letzten Wochenende wurde Gnarrenburg zum Treffpunkt der Karate Szene im Raum BRV-ROW-OHZ. Der TSV Gnarrenburg lud zum Karate-Kata-Turnier ein. Die Teilnehmenden Karateka kamen vom TSV Bremervörde, dem 1. Budo-Club OHZ, MTV Hesedorf und dem  SEV Breddorf.

Diese Turnierreihe, einst von Gnarrenburgs Kindertrainerin Yvonne Betke ins Leben gerufen, wurde in Zeiten vor Corona abwechselnd von den umliegenden Karate-Vereinen ausgerichtet. Nach nunmehr fünf Jahren Unterbrechung entschlossen sich  Gnarrenburgs Kindertrainerin Yvonne Betke und  Gnarrenburgs Spartenleiter Sascha Ryll, diese Veranstaltung  wieder aufleben zu lassen.

Eine „Kata“ bedeutet im Karate, wie in anderen japanischen Kampfkünsten auch, eine Übungsform, bei der eine detaillierte Abfolge von Bewegungen ausgeführt werden. Hierbei handelt es sich um stilisierte Kämpfe, die gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner ausgeführt werden. Bewertet werden Dynamik, Präzision und Ausdruck. Als Novum erstmals mit im Programm:  Kata-Mannschaft, bei der drei Athleten ihre Kata gleichzeitig in absoluter Synchronität darbieten müssen!  Eine Neuerung, die ankam und die bei der nächsten Veranstaltung mit Sicherheit beibehalten wird. Da bei dieser Art von Wettbewerb also so gut wie keinerlei Verletzungsrisiko besteht, war das Turnier gerade auch für Anfänger sehr geeignet. In Gnarrenburg nahmen fast siebzig Teilnehmer zwischen dem Grundschulalter und Mitte fünfzig Jahren teil.

Für die Gnarrenburger Veranstalter diese Turniers stand bereits im Vorfeld fest, dass  die Wiederaufnahme des Turniers die richtige Entscheidung war. Denn bereits in der Vorbereitungsphase konnten die Trainer immense Fortschritte in der technischen Entwicklung ihrer Schützlinge feststellen. „Die Trainingsmotivation im Vorfeld einer solchen Veranstaltung ist  noch einmal eine ganz andere als beispielsweise bei einer Gürtelprüfung. Der direkte Vergleich mit anderen Karatekas aus anderen Vereinen ist hierbei sehr hilfreich und macht natürlich auch den Reiz einer solchen Veranstaltung aus.“, so Sascha Ryll.  Am Tag der Veranstaltung dann, sorgten hohe Teilnehmerzahlen, viele Zuschauer und ein reibungsloser Ablauf bei den Gnarrenburger Ausrichtern für ausnahmslos zufriedene Gesichter. Und auch sportlich lief es für den TSV mehr als rund!  14 Gnarrenburger Teilnehmer erzielten am Ende des Tages 14 Medaillen und brachte dem TSV Platz eins im Medaillenranking ein! Auf Platz zwei kam der 1. Budo Club -OHZ, der mit 25 Startern auch den Teilnehmerrekord stellte, gefolgt vom TSV Bremervörde auf Platz drei, SVE Breddorf auf Platz vier und MTV Hesedorf auf Platz fünf. Sascha Ryll: „Ein ganz und gar gelungene Veranstaltung. Für mich besonders wichtig: Der hervorragende Sportsgeist im TSV aber auch unter den Teilnehmenden Vereinen. Dass die Fortgeschrittenen ganz selbstverständlich den jüngeren und weniger Erfahrenen halfen und auch ansonsten alle überall dort mit anpackten, wo es notwendig war, machte die besondere Atmosphäre dieses schönen Turniers aus.“

Für das nächste Jahr ist auch schon ein Ausrichter gefunden. Der 1. Budo-Club OHZ erklärte sich noch am gleichen Tag bereit die Veranstaltung 2025 zu übernehmen.

Die Gnarrenburger Platzierungen:

Platz 1.

Hinke Beetstra, Janne Stranz, Emil Kotza, Lena Zeidler

Patz 2

Enno Klein, Louran Kahlil, Hannah Gerdes, Jan Beetstra, Timon Otten, Felix Taege

Platz 3.

Lourin Kahlil, Anton Gudella, Lasse Pragmann, TSV Gnarrenburg Team (Tom Pragmann, Jann Beetstra, Janne Stranz)

 

Außerdem nahm teil:  Marlon Wöhltjen

 


Die Karate-Abteilung des TSV Gnarrenburg hat einen neuen Schwarzgurt in seinen Reihen!

Herzlichen Glückwunsch an Ralf Adam zur bestandenen Prüfung zum 1. Dan beim Kono-Osterlehrgang in Bremen!

 

„Karate ist mein Leben!“- Andreas Mörsch vom TSV Gnarrenburg erneut Deutscher Meister 

„Karate ist mein Leben!“ Das sagt Andreas Mörsch über den Sport, den er seit über vierzig Jahren betreibt. Der 56 jährige Träger des 3. Dan ist nicht nur traditioneller Karateka, Trainer und Prüfer. Der Sportler vom TSV Gnarrenurg betreibt seine Kampfsportart auch als Leistungssport. Im Herbst 2023 konnte er bei den Deutschen Meisterschaften in Dillingen seinen Titel als Deutscher Meister in der Altersklasse über 55 Jahren verteidigen.

 

Dass der Sevicetechniker für Windenergieanlagen zweimal in Folge den Deutschen Meistertitel holen konnte, macht ihn besonders stolz. Dabei gehe es ihm nicht in erster Linie um den sportlichen Erfolg. Besonders wichtig sei ihm „die Auseinandersetzung mit sich selbst“. Konzentration und Selbstdisziplin im Karate seien für ihn auch ein Weg zur Persönlichkeitsentfaltung, sagt Andreas Mörsch. Dabei versuche er immer wieder ans eigene Limit zu gehen.

 

Der Weg zu Mörschs Erfolg war in den vergangenen Jahrzehnten jedoch alles andere als geradlinig. Neben berufsbedingten Trainingspausen gab es ein einschneidendes Ereignis: Vor rund drei Jahren erlitt Mörsch einen Autounfall, den er mit schweren Kopfverletzungen nur knapp überlebte. In den darauffolgenden Monaten war keinesfalls sicher, ob er jemals wieder Karate betreiben können würde. Aber Andreas Mörsch gab nicht auf. Bei seinem Genesungsprozess habe ihm vor allem der Gedanke ans Karate geholfen, blickt der 56 jährige zurück. Mit der gleichen Selbstdisziplin und der gleichen Fokussierung auf seine Ziele, die er sich im Sport über die Jahre angeeignet hat, habe er sich buchstäblich zunächst wieder ins Leben und dann auf die Wettkampfmatte zurückgekämpft. Bewegungsabläufe, Kraft, Kondition, all das musste er sich in harter Arbeit erst wieder aneignen.

 

Bereits nach einem Jahr folgte 2022 dann der erste Meistertitel in Schwergewicht bei den Ü55 Jahren, im vergangenen Herbst dann die Titelverteidigung.S eine Erfolge seien auch das Verdienst seiner Trainer, weiß Andreas Mörsch. Für seine Leidenschaft Karate nimmt er weite Wege in Kauf. Bei Werner Buddrus vom TSV Gnarrenburg und Dr. Elke von Oesen vom Bremer TV Eiche Horn, zwei der höchstgraduierten deutschen Karate-Trainer im Wadokai Stil, trainiert Mörsch traditionelles Karate. Darüber hinaus absolviert er ein spezielles Wettkampftraining bei Sergej Hanert, der mit Nippon Bremerhaven einen der erfolgreichsten Wettkampfvereine Deutschlands trainiert.

Aber auch der frühere japanische Großmeister Teruo Kono gehört zu Mörschs Vorbildern. Wie viele andere Wado-Karateka seiner Generation habe ihn diese große Karate Pesönlichkeit sehr geprägt. Kono galt in den 50er Jahren als der beste Kämpfer Japans. Vor allem aber war er es, der gezeigt hatte, dass man mit entsprechendem Kampfgeist auch im Alter von 50 Jahren noch einmal an einem internationalen Wettkampf, wie den All-Japanischen Meisterschaften, erfolgreich teilnehmen konnte. Eine Leistung die Mörsch bis heute inspiriere und motiviere. Im Schnitt steht Andreas Mörsch fünfmal pro Woche auf der Trainingsmatte. Dazu noch Athletik und Schnellkrafttraining im Fitnessstudio und Ausdauertraining auf dem Fahrrad. Die Strecke von seinem Wohnort Bremen nach Gnarrenburg zum Training fährt Andreas Mörsch auch schon einmal mit dem Fahrrad. Das alles zeigt: Mörsch ist topfit, und das nicht nur für sein Alter! Mit Karate angefangen hat Andreas Mörsch bereits mit 16 Jahren, zunächst beim TV Eiche Horn. Schnell entdeckte er sein Interesse am Wettkampfkarate, wodurch erstmals Kontakt zum TSV Gnarrenburg entstand. Obwohl er dem Verein erst offiziell vor rund zehn Jahren beitrat, reicht seine sportliche Verbundenheit zum TSV bis in die 1980er Jahre zurück. Man kannte sich von Kono-Lehrgängen und Turnieren, trat mal gegeneinander aber auch immer wieder als Team miteinander an. Erst relativ spät, mit dreißig Jahren, begann Mörsch jedoch sein Wettkampftraining zu spezialisieren und ging zu Nippon Bremerhaven. Dort wurde bereits damals auf internationalem Wettkampfniveau trainiert. Die ersten Trainingseinheiten seien sehr hart gewesen, erinnert sich der 56. Er habe regelrecht „den Hintern versohlt“ bekommen. Mit der Zeit habe er sich aber auch dort den Respekt von Trainer und Trainingspartnern erarbeitet. Mit Nippon Bremerhaven nahm Mörsch nicht nur erfolgreich etlichen Deutschen Meisterschaften teil ( 2x Silber. 2016, 2017, 2x Bronze 2018, 2019)

Zudem startete er bei den European Masters in Turin, wo er immerhin den 5. Platz erreichte. Für den TSV Gnarrenburg startete Mörsch zuletzt 2020 bei den Landesmeisterschaften und wurde dritter. Aber nicht etwa in seiner Altersklasse, sondern in der Leistungsklasse, mit Gegnern, die teilweise nur halb so alt waren wie er. Trotzdem hat Andreas Mörsch noch lange nicht genug vom Wettkampfkarate, sondern ist immer noch „heiß“ auf mehr. Zunächst einmal wolle er sich auf die zweite Titelverteidigung bei der DM konzentrieren, sagt Mörsch. Sein großer Wunsch wäre es allerdings, einmal am Masters World Cup teilzunehmen. 2020 war er bereits für dieses Turnier, das seinerzeit in in Tokyo stattfinden sollte gemeldet. Doch dann kam Corona und die Absage. Eine doppelte Enttäuschung für Mörsch, denn der Wettkampf hätte im berühmten Nippon Budokan stattfinden sollen, einem Ort , der für Kampfsportler auf der ganzen Welt von ähnlicher Bedeutung ist wie etwa das Maracana-Stadion in Rio de Janeiro für Fußballfans. Im Nippon Budokan finden nicht nur regelmäßig die größten Kampfsportturniere der Welt oder auch Olympische Spiele statt. Auch die Beatles und die Rolling Stones sind dort bereits aufgetreten. „Dort einmal kämpfen zu können, wäre ein Traum gewesen!“ so Mörsch, der diese Veranstaltungshalle bereits schon einmal auf einer privaten Japanreise erleben durfte. Aber neben seinen Zielen im Wettkampfbereich möchte sich Andreas Mörsch auch im traditionellen Karate weiter entwickeln. Hier heißt sein nächstes Ziell, die Prüfung zum 4. Dan, sprich dem vierten Meistergrad abzulegen. Denn eines weiß Mörsch: „Im Karate gibt es keine Perfektion.“ Oder wie es einst Ginchin Funakoshi, der als Begründer des modernen Karate gilt, ausdrückte: „Wahres Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn du es nicht ständig wärmst.“