Werner Buddrus jetzt Großmeister

Karatetrainer des TSV Gnarrenburg besteht Prüfung zum 7. Dan

Vor kurzem  legte Werner Buddrus vor der  Bundes-Prüfungskommission des Deutschen Karate Verbandes  die  Prüfung zum 7. Dan ab. Er zählt somit zu den höchstgraduierten Karateka in Deutschland. Eine hohe Ehre für den Osterholz-Scharmbecker. Im TSV Gnarrenburg weiß man  was man daher auch, was für einen hervorragenden Trainer man in ihm hat und ist entsprechend stolz. Denn: Nur wenige erreichen im Karate diese hohen Meistergrade.

Theoretisch gibt es zehn Dan Grade, wobei der 9. und 10. Dan nur ab dem 70 en Lebensjahr durch Verleihung zu erlangen sind. (In Deutschland gibt es bisher nur einen 10. Dan. Fritz Nöpel, 80 Jahre alt,  der Vorsitzende der Prüfungskommission) Die Meistergrade ab dem 7. Dan nennt man auch Iro Kokoro,was, mit japanischem Understatement, die Grade der Reife bedeutet. „Davor liegt ein jahrzehntelanger, steiniger Weg“, so Sascha Ryll von der Karate Abteilung.

Der Verlauf einer so hohen Schwarzgurtprüfung unterscheidet sich grundlegend zu den von niedrigeren Dan-Graden.

Nur wer über einen entsprechenden  Karatelebenslauf verfügt wird überhaupt zugelassen. „Es  ist außerdem eine Wartezeit von mindestens fünf Jahren zur vorigen Prüfung einzuhalten“, erklärt Sascha Ryll. Außerdem ist kein vorgegebenes Prüfungsprogramm mehr zu absolvieren, sondern es muss ein eigenes Thema gewählt werden, mit dem man sich auseinandersetzt. Hierzu ist eine schriftliche Facharbeit einzureichen und auf der Prüfung in der Praxis vorzustellen. Buddrus Thema:  Die Entschlüsselung der geheimen Nervendruckpunkte, die  in den traditionellen Karate-Katas versteckt sind. Einer Materie, wo   selbst die hochranginge Prüfungskommission noch etwas Neues von ihm erfahren   konnte.  Das Besondere: Er erklärte auch die „heilsame Wirkung von  Reanimationstechniken“, mit der sich beispielsweise auch im Alltag erfolgreich Kopfschmerzen behandeln lassen können.

Werner Buddrus gehört zu den Menschen, die Karate „leben“. Seit mehr als 45 Jahren widmet sich der  66 jährige nahezu jeden Tag der  japanischen Kampfkunst. Nicht nur als Trainer  im TSV Gnarrenburg sondern auch  im 1. Budo Club Osterholz-Scharmbeck und in zahlreichen anderen Karate-Funktionen auf Bundes-und Landesebene. So ist er Landeskampfrichter, Landesstilrichtungsreferent der Stilrichtung Wadokai-Konostyle und  A- Prüfer mit der Berechtigung Prüfungen zum Schwarzgurt abnehmen zu dürfen. Zudem gibt er sein Wissen  auf Lehrgängen in ganz Deutschland weiter. Das er daneben immer noch Zeit findet für sich selbst zu trainieren, wird nicht nur durch die jüngst abgelegte Prüfung deutlich: Mit 66 Jahren ist Buddrus immer noch topfit!

Mit Karate begann er bereits 1970, nachdem er bereits einige Jahre im Judo aktiv war.  Im Jahr 1976 dann, er war bereits 2. Dan, begegnete  er  dem  legendären, japanischem Großmeister Teruo Kono Hanshi  und wurde, bis zu dessen Tod im Jahr 2000, sein direkter Schüler . Eine Zeit die Buddrus nachhaltig prägte, und bei ihm noch einmal eine Leistungsexplosion auslöste. Denn der charismatische Japaner, damals einer der Karate Pioniere in Europa,  war dafür bekannt  seinen Meisterschülern körperlich wie mental das Äußerste abzuverlangen. Es folgten eine erfolgreiche Zeit als aktiver Wettkämpfer, die ihn bis hin zu internationalen Meisterschaften und Vergleichskämpfen führte. Später, als Trainer, war er unter anderem Bremer Landestrainer . Er gründete Karatesparten in Osterholz-Scharmbeck und Gnarrenburg, wo er seit 1982 als Cheftrainer aktiv ist.

Gnarrenburger Schüler von ihm gründeten Karatesparten in Bremervörde, Bevern und Breddorf.

Zusammen mit zwei anderen langjährigen Karate-Weggefährten (Dr. Elke von Oehsen und Peter Mixa) veröffentlichete Buddrus 2004 ein Karate-Lehrbuch, drei Jahre später eine Lehr DVD.

Was Teilnehmer auf seinen Lehrgängen besonders schätzen, ist sein breites Fachwissen, welches inzwischen weit über das Karate hinausgeht, da es auch andere Kampfkünste mit einschließt.

Seit fast 10 Jahren beschäftigt sich Buddrus außerdem mit  der in Deutschland noch relativ unbekannten japanischen Kampfkunst Kyusho- Jitsu, in der er den 2. Dan innehat und landesweit als Koryphäe gilt.

Werner Buddrus bleibt trotztdem stets bescheiden.  Von seinen Schülern auf seine großmeisterlichen Würden angesprochen erwidert er lächelnd: „Nicht Großmeister, kleiner Meister.“ Und bezieht sich damit augenzwinkernd auf seine Körpergröße.

Jeder der Interesse an Karate im TSV Gnarrenburg hat, kann sich bei Abteilungsleiter Sascha Ryll melden: 0176/32539154

Gewappnet für´s Leben

Neuer Karatekurs für Kinder

Auch wenn Kinder und Eltern im Angesicht der Vielzahl verschiedener Sportangebote oft unsicher sind, verliert doch Karate nie seinen Reiz. Beim TSV Gnarrenburg startet nun ein neues Angebot für Kinder ab sieben Jahren. Neben den sportlichen Aspekten kommen auch Werte wie Höflichkeit, Respekt und Rücksichtnahme nicht zu kurz.
In guter Obhut sind die Kinder bei Trainerin Yvonne Betke allemal- die  Schwarzgurträgerin ist Inhaberin  des 2. Dan und selbst  Mutter von zwei, mittlerweile fast erwachsenen , „Karate Söhnen“, beide Inhaber des Braunen Gürtels . Seit acht Jahren trainiert sie den Gnarrenburger Karatenachwuchs. Yvonne Betke  ist ehemalige, mehrfache Landesmeisterin und Bundesliga-Kämpferin und daher eine der erfolgreichsten Sportlerinnen des TSV Gnarrenburg. Sie ist überzeugt: Karate hat Kindern eine Menge zu bieten.

Karate ist zunächst einmal eine japanische Kampfkunst, die vor allem aus Schlag, Tritt-  und entsprechenden Abwehrtechniken besteht.
Die Übungen werden so ausgeführt, dass es  gar nicht erst zu gefährlichem Körperkontakt kommt. Übungen am Partner werden immer rechtzeitig abgestoppt. Das stärkt die Selbstdisziplin und fördert den achtsamen Umgang mit dem Gegenüber.  Tatsächlich kommt es im Karate zu weniger Verletzungen als in den meisten Ballsportarten. Überhaupt wird im Karate viel Wert auf die charakterliche Weiterentwicklung gelegt. Diese Haltung findet auch in den Karate-typischen Ritualen, wie etwa der  Verbeugung, ihren Ausdruck.  Im Vergleich zu „westlichen“ Sportarten, fällt auf wieviel Wert auf Rücksicht, Höflichkeit und Respekt gelegt wird. Gleichzeitig wird auch Durchhaltevermögen und Konzentrationsfähigkeit  geschult. An japanischen Universitäten ist Karate daher schon seit langem Pflichtfach.

Aber auch für die Gesundheit ist Karate gut. Laut einer Studie der Deutschen Sporthochschule Köln sollen Karatesportler/innen über eine deutlich erhöhte Muskelkraft, einer besseren Ausprägung des Gleichgewichtssinnes und deutlich geringere Fettleibigkeit verfügen. ( Quelle. Deutscher Karate Verband ). Dies liegt vor allem daran, dass im Karate der gesamte Körper und nicht nur einzelne Körperregionen trainiert werden. Das stärkt das Körpergefühl und das Selbstvertrauen.
Darüber hinaus soll aber eines nicht zu kurz kommen: Der Spaß! Die Kinder trainieren gemeinsam in einer überschaubaren Gruppe von Gleichaltrigen und beginnen unter der Voraussetzung gleicher Vorkenntnisse. Aufwärm-und Kennenlernspiele lockern das Training auf und spielerisch werden  Selbstbehauptung und Selbstverteidigungstechniken gelehrt. Die Kosten sind übersichtlich, der monatliche Beitrag für Kinder liegt im TSV Gnarrenburg bei nur 4,50 Euro. Das Training findet immer freitags, in der Turnhalle  in der Hermann-Lamprecht-Straße von 15.30-17.00Uhr statt. Zu Beginn reicht einfache Sportkleidung aus. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Alle Kinder ab sieben Jahren können einfach vorbeikommen, und ein Probetraining machen.