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Andreas Mörsch Deutscher Karate-Meister – Karateka vom TSV Gnarrenburg erholt sich nach schwerem Autounfall und gewinnt Gold in der Klasse Ü55

Was lange währt, wird endlich gut! Andreas Mörsch vom TSV Gnarrenburg hat es endlich geschafft und wurde vor Kurzem Deutscher Meister ab 55 Jahren im Schwergewicht. Für den Träger des dritten Dan, Schwarzgurt, der Höhepunkt einer jahrzehntelangen Wettkampfkarriere! Dabei hing sein Leben im vergangenen Jahr am seidenen Faden. Andreas Mörsch überlebte 2021 nur knapp einen schweren Autounfall, bei dem er  unter anderem schwere Kopfverletzungen erlitt. Der Sieg bei den Deutschen Meisterschaften war für Andreas Mörsch also nicht nur sein sportlich größter Erfolg, sondern für ihn auch der Beweis, dass er sich wieder zurück ins Leben gekämpft hat!

 

Bei der DM in Erfurt präsentierte sich Mörsch fit und top motiviert!  An diesem Tag spielte ihm seine immense Erfahrung in die Karten. Nachdem er sich in den letzten Jahren mit zwei zweiten und drei dritten Plätzen zufriedengeben musste, gelang es ihm in diesem Jahr alles richtig zu machen. Mörsch kämpfte äußerst  konzentriert und entschied die Vorrunden mit Ruhe und Willensstärke für sich. Im Finale gegen Michael Gisebruch aus Hessen konnte er sich dann sogar noch einmal steigern und ließ mit einem hervorragenden 4-0 seinem Gegner keine Chance.

 

 

Andreas Mörsch betreibt seit 40  Jahren Karate. Obwohl er eigentlich aus Bremen stammt ist er seit über zehn Jahren Mitglied im TSV Gnarrenburg.  „Hier kann ich mit Trainern und Trainingspartnern auch im Traditionellen Karate leistungsorientiert trainieren.“  Zur Zeit ist er nicht nur der älteste Gnarrenburger Karateka, der aktiv an Wettkämpfen teilnimmt, sondern auch der einzige. Mit Mitte 50 Karate als Leistungssport zu betreiben ist an und für sich schon eine bemerkenswerte Leistung. Um auf diesem hohen Niveau Wettkämpfe bestreiten zu können,  trainiert er außerdem regelmäßig bei Nippon Bremerhaven und dem Bremer Landestrainer Sergej Hanert, einem der erfolgreichsten Trainer Deutschlands. Wettkampfkarate möchte Andreas Mörsch solange wie möglich weiter betreiben.Im nächsten Jahr möchte er daher seinen Titel verteidigen.

In der Karate-Abteilung des TSV Gnarrenburg freuen wir uns sehr, dass Andreas wieder gesund und fit ist und gratulieren ihm von Herzen.

40-jähriges Bestehen der Karateabteilung – Einladung zum Jubiläumslehrgang

Die Karateabteilung des TSV Gnarrenburg feiert sein 40-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumslehrgang.

Dieser findet am 02.07.22 von 11 bis 16 Uhr in der Halle am Brilliter Weg statt.

Bei weiteren Fragen wendet euch bitte an karate@tsv-gnarrenburg.de

Jan Meinke 4. Dan

Prüfung bestanden: Jan Meinke Träger des 4. Dan

In der Gnarrenbuger Karate- Abteilung tut sich was!  Auch wenn coronabedingt der Sportbetrieb über Monate heruntergefahren werden musste, und wegen des Clusters in Karlshöfen aktuell ruht, zeigten die Gnarrenburger Karateka wieder einmal, dass der TSV zu den großen Kampfkunst-Zentren in der Region gehört! Vor  Kurzem bestand  Jan Meinke  in Bremen die Prüfung zum 4. Dan im Karate. Damit gehört er zu den höchstgraduierten Karateka im Elbe und Weser Raum.

Jan Meinke begann bereits 1982 mit Karate. 1988 war er dann der erste Gnarrenburger Karateka, der die Prüfung zum Schwarzen Gürtel (1. Dan) bestand. Diese legte er damals noch bei dem legendären japanischen Gromeister Teruo Kono Hanshi ab. Der Schüler von Werner Buddrus, 7. Dan, gründete 1991 zusammen mit dem Hesedorfer Frank „Tex“ Obermüller die Karateabteilung des TSV Bremervörde, in der er noch heute als Prüfer tätig ist. 1994 zog Meinke nach Mainz, um dort an der Sporthochschule ein Studium zum Diplomsportlehrer zu absolvieren.

Nach einigen Jahren als selbstständiger Fitnesstrainer absolvierte er noch einmal ein zweites Studium zum Lehramt (Sport, Geographie, Physik), zog vor zehn Jahren wieder zurück in seine alte Heimat Bremervörde und nahm sofort wieder das Karatetraining beim TSV Gnarrenburg auf. 2011 wurde er dann sogar  zweifacher Landesmeister, einmal mit dem Gnarrenburger Herrenteam und  einmal im Einzel in der Klasse Ü 40. Sport spielt im Leben des Bremervörders eine überaus wichtige Rolle. Jan Meinke gehört zu den Menschen, die sich einfach jeden Tag bewegen müssen, und die dabei stets an ihre Grenzen gehen. Auch mit Anfang 50 betreibt er nahezu jeden Tag Krafttraining und Cross-Fit -Training. Was Kraft und Geschwindigkeit angeht, machen ihm daher selbst deutlich jüngere Karateka nichts vor. Außer mit Karate beschäftigt er sich seit Jahren außerdem auch mit Boxen und Kick- Boxen. Neben seiner Arbeit als Lehrer an der Oberschule in Bad Bederkesa gibt er Fitness- und Präventionskurse in einem Bremervörder Fitnesstudio und arbeitet als Co-Trainer mit dem international erfolgreichen Kickboxer Malte Hosten aus Oerel. Nichts desto Trotz war die 90  Minütige Prüfung zum 4. Dan eine ganz besondere Herausforderung. Auf Grund des Corona Shut-Downs konnte Meinke  monatelang nur alleine und im Privaten trainieren. Und auch die  90 minütigen Prüfung  selbst hatte einige besondere Herausforderungen parat. So durften die Partnerübungen Corona bedingt nicht mit Partner sondern nur als „Schattenboxen“  ausgeführt werden. Für Meinke, der einen sehr körperlichen und kämpferischen Karatestil pflegt, eher ein Unsicherheitsfaktor. Am Ende konnte er die Prüfungskommission jedoch voll  von sich überzeugen und das Diplom zum 4. Dan entgegennehmen.

Schwarzgurtprüfung im Kobudo

Ein großer Moment für die Kampfsportler Werner Buddrus und Hans Günter Krauskopf vom TSV Gnarrenburg. Beide haben im thüringischen Nordhausen die Prüfung zum Schwarzen Gürtel, dem 1. Dan, bestanden und gehören nun bundesweit zu den wenigen „Meistern“ in dieser Kampfkunst.

Das Angebot  von Kampfsportarten ist heutzutage so vielfältig wie nie. Ständig scheinen neue Trends zu entstehen, bei denen Tradition und Moderne auch schon einmal  wild durcheinander geworfen werden. So locken Fitnessstudios  mit  Mischungen aus Kampfsport und Aerobic, und in vielen Teilen der Welt sind „Mixed Martial Arts“ inzwischen sogar beliebter als das altehrwürdige Boxen.  Werner Buddrus und Hans-Günter Krauskopf vom TSV Gnarrenburg gehen hingegen einen anderen Weg. Sie besinnen sich lieber auf eine alte, fast in Vergessenheit geratene Kampfkunst:  Kobudo, oder auch genauer „Ryuky Kobudo Tesshinkan Kyo Kai“, die Kampfkunst der traditionellen Bauernwaffen von Okinawa.

  • Werner Buddrus und Hans-Günter Krauskopf sind Kampfsportler aus Leidenschaft. Beide betreiben seit Jahrzehnten Karate, Buddrus ist als Inhaber des 7. Dan sogar einer der höchstgraduierten Karateka in Deutschland. Karate und Kobudo haben  eine gemeinsame Entstehungsgeschichte. Buddrus und Krauskopf verstehen ihr Kobudo Training daher auch als Ergänzung zum modernen Karate, welches in seiner heutigen waffenlosen Form erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts enstanden ist. Der Vorläufer des Karate wurde immer auch zusammen mit waffenartigen Gegenständen trainiert, welche die Bewohner von Okinawa zuvor aus Alltagsgegenständen umfunktioniert hatten. Schließlich galt es auf den entlegenen Inseln um Okinawa, sich wirksam gegen Überfälle von außen zu verteidigen. Metall war knapp, und so war Einfallsreichtum gefragt. Eine Dreschflegel wurde zum „Nunchaku“ und ein Stock zum „Bo“. Das „Tonfa“, ein kurzer Stock mit rechtwinklig angebrachtem Griff,  wurde ursprünglich als Handkurbel für Mühlsteine verwendet.

Was nach Außen etwas altertümlich wirkt, hat für Buddrus und Krauskopf jedoch eine ganz eigene Faszination. „Es geht uns darum unsere Kampfkunst komplett zu machen und sie in ihrer ursprünglichen Bandbreite zu verstehen.“, so Krauskopf. Hierzu passt es auch, dass sich beide bereits seit Jahren mit Kyusho-Jitsu, dem alten Wissen um die Nervendruckpunkte beschäftigen. Auch diese sehr alte Kampfkunst wird im modernen Sportkarate nicht mehr gelehrt, und nur sehr wenige Karatemeister wie Buddrus und Krauskopf verfügen heutzutage über die entsprechenden Fachkenntnisse.

Viele Bewegungen im Kobudo ähnelten denen im Karate, da man im Prinzipien die Kobudo-Waffen einfach als Verlängerung des eigenen Körpers verstehen könne. Doch selbst für zwei erfahrene Karateka wie Werner Buddrus und Hans-Günter Krauskopf ist die Prüfung zum Kobudo- Schwarzgurt alles andere als ein Spaziergang gewesen. Da war Millimeterarbeit gefragt, und ein einziger Ablauffehler hätte zum Durchfallen der Prüfung geführt. Daher hatten sich beide nicht nur monatelang im heimischen Dojo, sondern auch bei Kobudo-Experten in Hamburg und Thüringen vorbereitet. Der Weg hat sich gelohnt. Beide sind davon überzeugt, dass sie  ein tieferes Verständnis für viele Bewegungsabläufe erwerben konnten, welches sich auch auf das Karate übertragen ließe: „Es ist erstaunlich, wieviel Energie noch einmal aus selbst kleinsten Hüftrotationen gewonnen werden kann.“  so Werner Buddrus. Neben dem technischen Prüfungsanteil, der unser strengen Corona-Schutzbestimmungen stattfand, mussten sich die beiden Prüflinge übrigens auch einem theoretischem Prüfungsanteil zur Geschichte Okinawas und dem deutschen Waffenrecht stellen.  Ob die Kobudo Waffen, wie immer wieder gerne behauptet, tatsächlich aufgrund historischer Waffenverboten auf Okinawa endstanden sind, gilt inzwischen übrigens als umstritten. In Deutschland jedenfalls sind nicht alle Waffen erlaubt. Und so ist, wie bereits vor Jahrhunderten auf Okinawa, eben auch heutzutage wieder Einfallssreichtum gefragt! Anstelle eines Nunchakus muss dann eben ein dickes Tauende zum trainieren reichen.