Karate für Kinder

***Karate – Neuer Anfängerkurs für Kinder***

Ab sofort heißt der TSV Gnarrenburg wieder alle Kinder ab sieben Jahren willkommen, die die japanische Kampfkunst Karate kennen lernen möchten. Dabei bedeutet Karate mehr als das Ausführen von Schlag-, Tritt-, und Blocktechniken. Im Training werden alle Muskelregionen des Körpers beansprucht, der Gleichgewichtssinn und die Beweglichkeit geschult und das Körpergefühl gestärkt. Neben Konzentrationsvermögen und Selbstdisziplin werden Werte wie Höflichkeit und Achtsamkeit vermittelt. Damit dabei der Spaß nicht zu kurz kommt, wird das Training mit vielen Spielen aufgelockert. Geleitet wird das Training von Yvonne Betke, die drei Jahrzehnte Karate- Erfahrung hat.

 

Training ist immer freitags, 15.30-17.00 in der Turnhalle am Kreisel in Gnarrenburg. Für den Anfang ist normale Sportkleidung ausreichend, eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

 

Karate für Kinder

Volles Haus zum Jubiläum Karate-Abteilung des TSV Gnarrenburg veranstaltet ihren 10. Anwenderlehrgang

Bereits zum zehnten Mal richtete die Karateabteilung des TSV Gnarrenburg ihren „Anwenderlehrgang“ aus: Ein Name der Programm war, denn im Vordergrund stand wieder einmal   facettenreichen Anwendungsaspekte dieser asiatischen Kampfkunst, die in Vereinen und auf anderen Lehrgängen eher weniger Beachtung finden. 

 

Insgesamt lockte dies Karate-Event ca. 80 Teilnehmer aus dem nördlichen Niedersachsen, Bremen und Bremerhaven in die Moormetropole. Und so  waren die Gnarrenburger Verantwortlichen um Großmeister Werner Buddrus, 7. Dan, äußerst zufrieden darüber, nach zwei Jahren Corona-Einschränkungen wieder an vergangene Teilnehmerrekorde anknüpfen zu können. 

Bei den Referenten konnten die Gnarrenburger vor allem wieder auf erfahrene Trainer aus den eigenen Reihen setzten. Großmeister Buddrus selbst ging auf spezielle Waffenkampf und Bodenkampf Übungen ein, die eine Eigenart des in Gnarrenburg praktizierten Wadokai- Karatestils darstellen, und die eher selten trainiert werden. Komplettes Neuland war für fast alle Teilnehmer hingegen die  Trainingseinheit von Hans-Günter Krauskopf, der Übungen aus dem Kobudo, der mit dem Karate eng verwandten traditionellen Waffenform von Okinawa,  unterrichtete. Sascha Ryll wiederum ging auf die Anwendung von Karate-Techniken in der reinen Selbstverteidigung im Unterschied zum sportlichen Wettkampf ein, während Diplomsportlehrer Jan Meinke mit einem  Crossfit-Parcours eine schweißtreibende und effektive Alternative  zum ansonsten im Karate praktizierten, traditionellen Kraft- und Ausdauertraining anbot. Um die vielen an diesem Tag teilnehmenden Kinder kümmerte sich Gnarrenburgs Kindertrainerin Yvonne Betke mit einem eigenen Trainingsprogramm und vielen Bewegungsspielen. Als besonderen Gastreferenten begrüßten die Gnarrenburger Olaf Seifert vom Kuri Sasori Dojo Bonn. Seifert ist nicht nur Karateteka sondern im Berufsleben auch zertifizierter „Gewaltschutztrainer für Berufsgruppen“, der sein Wissen normalerweise auf Seminaren in Firmen weitergibt. Sein Thema an diesem Tag: Das Verhalten in Gefahrensituationen in Job, Alltag und besonderen Umgebungen. Neben viel theoretischem Input zur Entstehung und Vermeidung von Gefahrensituationen zeigte er den Teilnehmern in Übungen und Rollenspielen auch praktische Ansätze der Hilfe zur Selbsthilfe, die über die bloße Vermittlung von Selbstverteidigungstechniken hinausgingen. Gefahren sollten möglichst im Vorfeld erkannt werden, so der Experte,die Selbstverteidigung nur das letzte Mittel der Wahl sein. Gefahren, die in Gnarrenburg an diesem Tag sicherlich nicht zu erwarten waren: „Nur nette Leute hier, in Gnarrneburg!“, so sein Fazit, weshalb er auch immer wieder gerne in Gnarrenburg sei. Alles in allem waren die Ausrichter um Werner Buddrus hoch zufrieden mit dem Verlauf dieses Lehrganges. Der Gnarrneburger Anwenderlehrgang wird daher auch in seiner elften Auflage das Highlight im Gnarrneburger Karate-Kalender darstellen, so Buddrus. 

 

 

Karate Prüfung TSV Gnarrenburg

Zum Jahresabschluss wurde es für viele Aktive in der hiesigen Karate-Szene noch einmal spannend. Der TSV Bremervörde lud zu einer zentralen Gürtelprüfung ein, an der neben den eigenen Aktiven auch Karateka vom TSV Gnarrenburg, MTV Hesedorf und SV Hepstedt/Breddorf teilnahmen. Insgesamt stellten sich 20 Prüflinge vom Grundschul- bis zum Erwachsenenalter dem krritischen Urteil der beiden Prüfer Jan Meinke, 4. Dan  ( TSV Bremervörde/TSV Gnarrenburg) und Sascha Ryll  3.Dan (TSV Gnarrenburg). 

 

Geprüft wurde zu den Gürtelfarben von Weiß bis Braun. In der Grundschule war die korrekte Ausführung der unterschiedliche Schlag- Tritt und Blocktechniken gefordert, später kamen in Form von Partner- und Freikampfübungen auch noch Fußfeger- Wurf und Hebeltechniken dazu.  Besonders zu den höheren Gürtelgraden war die Prüfung auch eine konditionelle Leistungsprüfung, die gesamte Prüfung dauerte fast vier Stunden. Auch wenn am Ende nicht alle Prüflinge zu hundert Prozent überzeugen konnten, und in zwei Fällen noch einmal eine Nachprüfung angesetzt werden muss, zeigten sich die Prüfer insgesamt doch sehr zufrieden. Dies  besonders zur Freude des Bremervörder Abteilungsleiters Andreas Schubert (1. Dan), aus dessen Verein die meisten Prüflinge an diesem Tag kamen. Schubert selbst konnte nicht anwesend sein, da er sich aktuell auf einem mehrmonatigen Auslandseinsatz der Bundeswehr in der Slowakai befindet. Er ließ es sich aber nicht nehmen, sich per Videoanruf zu der Prüfung zu melden und seinen Schützlingen viel Erfolg zu wünschen. Eine Motivation, die offensichtlich Früchte trug, denn  insbesondere die Prüflinge zum Blaugurt und Violettgurt präsentierten ein gutes bis teilweise sehr gutes Niveau. Erwähnenswert hier die Leistungen der Bremervörder Kindertrainerin Melanie Sikau zum Blaugurt, und vom stellvertretenden Abteilungsleiter Christian Merz zum Violettgurt, die die Doppelbelastung von Vorbereitung und Organisation dieses Tages, sowie der eigenen Prüfung  mit Bravour bewältigten.  Der schwierigsten und umfangreichsten Prüfung stellten sich Enno Klein und Ernesto Shahbazian vom TSV Gnarrenburg. Beide wurden von den Prüfern besonders hart gefordert und bestanden am Ende zum 1. Kyu , Braungurt. Da es für die beiden 18 jährigen somit nun in die anspruchsvolle Vorbereitung zum 1. Dan, Schwarzgurt, gehen wird, bekamen die neuen Dan-Anwärter neben den Prüfungs-Urkunden jedoch auch noch einige kritische Ratschläge der Prüfer mit auf den zukünftigen Weg. Jan Meinke und Sascha Ryll zeigten sich am Ende überzeugt, dass die gute Zusammenarbeit der Karatevereine der Region und der direkte Austausch und Vergleich untereinander ein entscheidender Grund für die hohe Qualität der an diesem Tag gezeigten Leistungen darstellte.

 

Jubiläums-Anwenderlehrgang in Gnarrenburg

Andreas Mörsch Deutscher Karate-Meister – Karateka vom TSV Gnarrenburg erholt sich nach schwerem Autounfall und gewinnt Gold in der Klasse Ü55

Was lange währt, wird endlich gut! Andreas Mörsch vom TSV Gnarrenburg hat es endlich geschafft und wurde vor Kurzem Deutscher Meister ab 55 Jahren im Schwergewicht. Für den Träger des dritten Dan, Schwarzgurt, der Höhepunkt einer jahrzehntelangen Wettkampfkarriere! Dabei hing sein Leben im vergangenen Jahr am seidenen Faden. Andreas Mörsch überlebte 2021 nur knapp einen schweren Autounfall, bei dem er  unter anderem schwere Kopfverletzungen erlitt. Der Sieg bei den Deutschen Meisterschaften war für Andreas Mörsch also nicht nur sein sportlich größter Erfolg, sondern für ihn auch der Beweis, dass er sich wieder zurück ins Leben gekämpft hat!

 

Bei der DM in Erfurt präsentierte sich Mörsch fit und top motiviert!  An diesem Tag spielte ihm seine immense Erfahrung in die Karten. Nachdem er sich in den letzten Jahren mit zwei zweiten und drei dritten Plätzen zufriedengeben musste, gelang es ihm in diesem Jahr alles richtig zu machen. Mörsch kämpfte äußerst  konzentriert und entschied die Vorrunden mit Ruhe und Willensstärke für sich. Im Finale gegen Michael Gisebruch aus Hessen konnte er sich dann sogar noch einmal steigern und ließ mit einem hervorragenden 4-0 seinem Gegner keine Chance.

 

 

Andreas Mörsch betreibt seit 40  Jahren Karate. Obwohl er eigentlich aus Bremen stammt ist er seit über zehn Jahren Mitglied im TSV Gnarrenburg.  „Hier kann ich mit Trainern und Trainingspartnern auch im Traditionellen Karate leistungsorientiert trainieren.“  Zur Zeit ist er nicht nur der älteste Gnarrenburger Karateka, der aktiv an Wettkämpfen teilnimmt, sondern auch der einzige. Mit Mitte 50 Karate als Leistungssport zu betreiben ist an und für sich schon eine bemerkenswerte Leistung. Um auf diesem hohen Niveau Wettkämpfe bestreiten zu können,  trainiert er außerdem regelmäßig bei Nippon Bremerhaven und dem Bremer Landestrainer Sergej Hanert, einem der erfolgreichsten Trainer Deutschlands. Wettkampfkarate möchte Andreas Mörsch solange wie möglich weiter betreiben.Im nächsten Jahr möchte er daher seinen Titel verteidigen.

In der Karate-Abteilung des TSV Gnarrenburg freuen wir uns sehr, dass Andreas wieder gesund und fit ist und gratulieren ihm von Herzen.

40-jähriges Bestehen der Karateabteilung – Einladung zum Jubiläumslehrgang

Die Karateabteilung des TSV Gnarrenburg feiert sein 40-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumslehrgang.

Dieser findet am 02.07.22 von 11 bis 16 Uhr in der Halle am Brilliter Weg statt.

Bei weiteren Fragen wendet euch bitte an karate@tsv-gnarrenburg.de

8. Anwenderlehrgang

8. Gnarrenburger Anwender-Lehrgang

Liebe Karate Freunde,

Endlich ist es wieder so weit.
Zum achten Mal richten wir, der TSV Gnarrenburg unseren Anwender-Lehrgang aus !

Wegen Corona nur im sehr eingeschränkten Teilnehmerkreis

Eure Karate Abteilung des TSV Gnarrenburg.

⇓⇓⇓⇓ ⇓⇓⇓⇓ ⇓⇓⇓⇓   Aktueller Zeitplan    ⇓⇓⇓⇓ ⇓⇓⇓⇓ ⇓⇓⇓⇓

https://tsv-gnarrenburg.de/wp-content/uploads/2021/10/202111_Zeitplan.pdf

Jan Meinke 4. Dan

Prüfung bestanden: Jan Meinke Träger des 4. Dan

In der Gnarrenbuger Karate- Abteilung tut sich was!  Auch wenn coronabedingt der Sportbetrieb über Monate heruntergefahren werden musste, und wegen des Clusters in Karlshöfen aktuell ruht, zeigten die Gnarrenburger Karateka wieder einmal, dass der TSV zu den großen Kampfkunst-Zentren in der Region gehört! Vor  Kurzem bestand  Jan Meinke  in Bremen die Prüfung zum 4. Dan im Karate. Damit gehört er zu den höchstgraduierten Karateka im Elbe und Weser Raum.

Jan Meinke begann bereits 1982 mit Karate. 1988 war er dann der erste Gnarrenburger Karateka, der die Prüfung zum Schwarzen Gürtel (1. Dan) bestand. Diese legte er damals noch bei dem legendären japanischen Gromeister Teruo Kono Hanshi ab. Der Schüler von Werner Buddrus, 7. Dan, gründete 1991 zusammen mit dem Hesedorfer Frank „Tex“ Obermüller die Karateabteilung des TSV Bremervörde, in der er noch heute als Prüfer tätig ist. 1994 zog Meinke nach Mainz, um dort an der Sporthochschule ein Studium zum Diplomsportlehrer zu absolvieren.

Nach einigen Jahren als selbstständiger Fitnesstrainer absolvierte er noch einmal ein zweites Studium zum Lehramt (Sport, Geographie, Physik), zog vor zehn Jahren wieder zurück in seine alte Heimat Bremervörde und nahm sofort wieder das Karatetraining beim TSV Gnarrenburg auf. 2011 wurde er dann sogar  zweifacher Landesmeister, einmal mit dem Gnarrenburger Herrenteam und  einmal im Einzel in der Klasse Ü 40. Sport spielt im Leben des Bremervörders eine überaus wichtige Rolle. Jan Meinke gehört zu den Menschen, die sich einfach jeden Tag bewegen müssen, und die dabei stets an ihre Grenzen gehen. Auch mit Anfang 50 betreibt er nahezu jeden Tag Krafttraining und Cross-Fit -Training. Was Kraft und Geschwindigkeit angeht, machen ihm daher selbst deutlich jüngere Karateka nichts vor. Außer mit Karate beschäftigt er sich seit Jahren außerdem auch mit Boxen und Kick- Boxen. Neben seiner Arbeit als Lehrer an der Oberschule in Bad Bederkesa gibt er Fitness- und Präventionskurse in einem Bremervörder Fitnesstudio und arbeitet als Co-Trainer mit dem international erfolgreichen Kickboxer Malte Hosten aus Oerel. Nichts desto Trotz war die 90  Minütige Prüfung zum 4. Dan eine ganz besondere Herausforderung. Auf Grund des Corona Shut-Downs konnte Meinke  monatelang nur alleine und im Privaten trainieren. Und auch die  90 minütigen Prüfung  selbst hatte einige besondere Herausforderungen parat. So durften die Partnerübungen Corona bedingt nicht mit Partner sondern nur als „Schattenboxen“  ausgeführt werden. Für Meinke, der einen sehr körperlichen und kämpferischen Karatestil pflegt, eher ein Unsicherheitsfaktor. Am Ende konnte er die Prüfungskommission jedoch voll  von sich überzeugen und das Diplom zum 4. Dan entgegennehmen.

Schwarzgurtprüfung im Kobudo

Ein großer Moment für die Kampfsportler Werner Buddrus und Hans Günter Krauskopf vom TSV Gnarrenburg. Beide haben im thüringischen Nordhausen die Prüfung zum Schwarzen Gürtel, dem 1. Dan, bestanden und gehören nun bundesweit zu den wenigen „Meistern“ in dieser Kampfkunst.

Das Angebot  von Kampfsportarten ist heutzutage so vielfältig wie nie. Ständig scheinen neue Trends zu entstehen, bei denen Tradition und Moderne auch schon einmal  wild durcheinander geworfen werden. So locken Fitnessstudios  mit  Mischungen aus Kampfsport und Aerobic, und in vielen Teilen der Welt sind „Mixed Martial Arts“ inzwischen sogar beliebter als das altehrwürdige Boxen.  Werner Buddrus und Hans-Günter Krauskopf vom TSV Gnarrenburg gehen hingegen einen anderen Weg. Sie besinnen sich lieber auf eine alte, fast in Vergessenheit geratene Kampfkunst:  Kobudo, oder auch genauer „Ryuky Kobudo Tesshinkan Kyo Kai“, die Kampfkunst der traditionellen Bauernwaffen von Okinawa.

  • Werner Buddrus und Hans-Günter Krauskopf sind Kampfsportler aus Leidenschaft. Beide betreiben seit Jahrzehnten Karate, Buddrus ist als Inhaber des 7. Dan sogar einer der höchstgraduierten Karateka in Deutschland. Karate und Kobudo haben  eine gemeinsame Entstehungsgeschichte. Buddrus und Krauskopf verstehen ihr Kobudo Training daher auch als Ergänzung zum modernen Karate, welches in seiner heutigen waffenlosen Form erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts enstanden ist. Der Vorläufer des Karate wurde immer auch zusammen mit waffenartigen Gegenständen trainiert, welche die Bewohner von Okinawa zuvor aus Alltagsgegenständen umfunktioniert hatten. Schließlich galt es auf den entlegenen Inseln um Okinawa, sich wirksam gegen Überfälle von außen zu verteidigen. Metall war knapp, und so war Einfallsreichtum gefragt. Eine Dreschflegel wurde zum „Nunchaku“ und ein Stock zum „Bo“. Das „Tonfa“, ein kurzer Stock mit rechtwinklig angebrachtem Griff,  wurde ursprünglich als Handkurbel für Mühlsteine verwendet.

Was nach Außen etwas altertümlich wirkt, hat für Buddrus und Krauskopf jedoch eine ganz eigene Faszination. „Es geht uns darum unsere Kampfkunst komplett zu machen und sie in ihrer ursprünglichen Bandbreite zu verstehen.“, so Krauskopf. Hierzu passt es auch, dass sich beide bereits seit Jahren mit Kyusho-Jitsu, dem alten Wissen um die Nervendruckpunkte beschäftigen. Auch diese sehr alte Kampfkunst wird im modernen Sportkarate nicht mehr gelehrt, und nur sehr wenige Karatemeister wie Buddrus und Krauskopf verfügen heutzutage über die entsprechenden Fachkenntnisse.

Viele Bewegungen im Kobudo ähnelten denen im Karate, da man im Prinzipien die Kobudo-Waffen einfach als Verlängerung des eigenen Körpers verstehen könne. Doch selbst für zwei erfahrene Karateka wie Werner Buddrus und Hans-Günter Krauskopf ist die Prüfung zum Kobudo- Schwarzgurt alles andere als ein Spaziergang gewesen. Da war Millimeterarbeit gefragt, und ein einziger Ablauffehler hätte zum Durchfallen der Prüfung geführt. Daher hatten sich beide nicht nur monatelang im heimischen Dojo, sondern auch bei Kobudo-Experten in Hamburg und Thüringen vorbereitet. Der Weg hat sich gelohnt. Beide sind davon überzeugt, dass sie  ein tieferes Verständnis für viele Bewegungsabläufe erwerben konnten, welches sich auch auf das Karate übertragen ließe: „Es ist erstaunlich, wieviel Energie noch einmal aus selbst kleinsten Hüftrotationen gewonnen werden kann.“  so Werner Buddrus. Neben dem technischen Prüfungsanteil, der unser strengen Corona-Schutzbestimmungen stattfand, mussten sich die beiden Prüflinge übrigens auch einem theoretischem Prüfungsanteil zur Geschichte Okinawas und dem deutschen Waffenrecht stellen.  Ob die Kobudo Waffen, wie immer wieder gerne behauptet, tatsächlich aufgrund historischer Waffenverboten auf Okinawa endstanden sind, gilt inzwischen übrigens als umstritten. In Deutschland jedenfalls sind nicht alle Waffen erlaubt. Und so ist, wie bereits vor Jahrhunderten auf Okinawa, eben auch heutzutage wieder Einfallssreichtum gefragt! Anstelle eines Nunchakus muss dann eben ein dickes Tauende zum trainieren reichen.

Karate Prüfung in Corona Zeiten

Die Corona-Krise hat in diesem Jahr überall den Sportbetrieb für Monate lahmgelegt. Auch das Karatetraining beim TSV Gnarrenburg musste lange Zeit ausfallen. Seit einigen Wochen darf wieder  trainiert werden. Zunächst nur als Freilufttraining, später dann in den Turnhallen.  Dabei musste ständig der Sicherheitsabstand eingehalten werden.  Übungen am Partner  waren zwar erst wenige Tage vor der Prüfung wieder erlaubt worden, jedoch hatten die Prüflinge keine Zeit gehabt, sich mit entsprechend mit Partner vorzubereiten. Alles in allem also keine idealen Trainingsbedingungen. Trotzdem stellten sich kurz vor der Sommerpause (letzten Freitag) drei Gnarrenburger Karateka erfolgreich der besonderen Herausforderung einer vollkommen kontaktlosen Karateprüfung!

Die Grundtechniken zu demonstrieren, stellte dabei das geringste Problem dar. Was viele nicht wissen: Der Großteil der Karateübungen ist eine reine Bewegungsschule und wird ohne Partner durchgeführt. Gleiches gilt hier für die Kata, dem traditionellen Formenlauf im Karate. Hier lag die größte Schwierigkeit, bedingt durch das monatelange Trainingsdefizit,  im Bereich Kondition.  Schließlich sollen alle Techniken, die mit Hand, Fuß, Knie oder Ellenbogen ausgeführt werden, am Ende sowohl technisch sauber als auch dynamisch ausgeführt werden. Bereits zur Halbzeit hatten demnach alle Teilnehmer bereits gehörig Pulsschlag! Kniffelig wurde es bei den Partnerübungen. Partnerübungen ohne Partner sieht erst einmal schon seltsam aus. Diese aber so zu demonstrieren, dass  Ablauf, Inhalt und Sinn der Übungen auch ohne Partner deutlich wurden,  war für die Prüflinge  extrem irritierend und sehr schwer umzusetzen. Gerade beim in Gnarrenburg betriebenen Wadokai Stil gibt es viele sehr anspruchsvolle Partnerübungen. Auch für  Prüfer  Sascha Ryll war dies die ungewöhnlichste Prüfung seiner fast 20 jährigen Prüfer-Laufbahn. Trotzdem durften am Ende  alle drei Teilnehmer ihre Urkunden entgegen nehmen, und  nun mit Stolz den neuen Gürtel zum weißen Karate-Anzug tragen.